Viele Apothekeninhaber stehen heute vor der gleichen Herausforderung: Trotz stabiler Umsätze bleibt nach Steuern immer weniger übrig.
Steigende Personalkosten, höhere Einkaufspreise und zunehmender Wettbewerbsdruck durch Versandapotheken führen dazu, dass die Rentabilität sinkt.
Umso wichtiger ist es, die eigene Steuerstrategie zu hinterfragen und gezielt anzupassen. Wer seine Steuerlast optimiert, kann die Liquidität der Apotheke nachhaltig verbessern und damit den wirtschaftlichen Handlungsspielraum sichern.

Im Folgenden werden drei zentrale Bereiche erläutert, in denen Apothekeninhaber durch strukturierte Vorgehensweise und klare Entscheidungen effektiv Steuern sparen und ihre finanzielle Situation langfristig stärken können.


1. Vorausschauende Steuerplanung statt kurzfristiger Steuerverschiebung

Ein häufig angewandtes Mittel zur Reduzierung der Steuerlast ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB). Dieser soll kurzfristig helfen, Steuerzahlungen zu senken oder hinauszuschieben.
In der Praxis führt diese Maßnahme jedoch oft nur zu einer zeitlichen Verschiebung der Steuerbelastung – nicht zu einer echten Ersparnis.

Oft werden Investitionen nur deshalb vorgenommen, um den gebildeten IAB aufzulösen, ohne dass diese Anschaffungen betriebswirtschaftlich sinnvoll sind.
In anderen Fällen fehlt nach einigen Jahren die Liquidität, um die aufgeschobene Steuer zu begleichen, sodass Kredite notwendig werden, die über viele Jahre laufen.

Eine professionelle Lösung besteht darin, die Steuerbelastung gezielt zu planen und zu steuern.
Wenn kurzfristig Liquidität benötigt wird, kann ein kurzfristiges Darlehen mit maximal zweijähriger Laufzeit helfen, um Engpässe zu überbrücken.
Parallel sollte gemeinsam mit dem Steuerberater erarbeitet werden, wie in den folgenden Jahren eine tatsächliche Steuerentlastung erreicht werden kann.
Eine strukturierte Liquiditätsplanung stellt sicher, dass solche Situationen künftig vermieden werden.


2. Optimierung bestehender Finanzierungen zur Steigerung der Liquidität

Ein wesentlicher, aber häufig übersehener Faktor für unnötige Liquiditätsverluste sind ineffiziente Finanzierungsstrukturen.
Viele Apotheker verfügen über Versicherungs- oder Fondslösungen, die ursprünglich als Tilgungsinstrumente gedacht waren, jedoch kaum Rendite erwirtschaften oder mit hohen Kosten verbunden sind.

Zur Überprüfung empfiehlt es sich, die Jahresauszüge der letzten zehn Jahre zu analysieren.
Dabei sollten insbesondere die Rückkaufswerte und Ablaufprognosen von Lebensversicherungen sowie die Entwicklung der Depotwerte in Fondsprodukten betrachtet werden.
Werden die eingezahlten Beiträge den aktuellen Werten gegenübergestellt, zeigt sich häufig ein ernüchterndes Bild: geringe Erträge bei gleichzeitig hohen Abschluss- und Verwaltungskosten.

In solchen Fällen ist es ratsam, das bestehende Finanzierungsmodell kritisch zu hinterfragen und mit der finanzierenden Bank eine Anpassung oder Neustrukturierung zu besprechen.
Das Ziel: niedrigere Gesamtkosten, mehr Transparenz und eine spürbare Verbesserung der Liquidität – ohne zusätzlichen Umsatz generieren zu müssen.


3. Steueroptimierter Verkauf der Apotheke – Vermögen gezielt sichern

Der Verkauf einer Apotheke stellt für die meisten Inhaber den wirtschaftlichen Höhepunkt ihrer Laufbahn dar.
Doch ohne durchdachte Planung kann ein erheblicher Teil des Verkaufserlöses durch Steuern verloren gehen.

Mit einer steueroptimierten Verkaufsstrategie lassen sich legale Gestaltungsspielräume nutzen, um die Steuerlast deutlich zu reduzieren.
Ob Unternehmensverkauf, Teilübertragung oder Nachfolgeregelung – die Wahl der richtigen Struktur entscheidet darüber, wie viel Vermögen letztlich beim Inhaber verbleibt.
Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Apotheker, Steuerberater und Finanzierungsspezialist ist hierbei entscheidend, um den optimalen Zeitpunkt und die passende Vorgehensweise zu bestimmen.

Das Ergebnis: mehr Nettoerlös aus dem Verkauf und ein gesichertes Vermögen für die private Zukunft.


Fazit: Nachhaltig Steuern sparen in der Apotheke

Wer als Apothekeninhaber langfristig erfolgreich sein möchte, sollte die Themen Steuern, Liquidität und Finanzierung als zusammenhängendes System betrachten.
Nur durch eine klare Analyse der finanziellen Gesamtsituation – von den betrieblichen Zahlen über die Finanzierungsstruktur bis hin zur privaten Vorsorge – lassen sich belastbare Entscheidungen treffen.

Steuern sparen in der Apotheke bedeutet nicht, kurzfristige Tricks anzuwenden, sondern vorausschauend zu planen, Liquidität zu sichern und wirtschaftliche Stabilität aufzubauen.
Eine strukturierte, individuelle Strategie hilft, finanzielle Spielräume zu schaffen und die Apotheke zukunftssicher aufzustellen.

Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten speziell in Ihrer Situation bestehen, um Steuern zu sparen und die Liquidität Ihrer Apotheke zu verbessern, stehen wir Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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